Ohne Kindergarten – Viele Vorteile im Alltag

2
3344
Vorteile ohne Kindergarten

Ohne Kindergarten – Viele Vorteile im Alltag

Ein Leben ohne Kindergarten.

Bereue ich es heute, dass ich mich damals so entschieden habe? Ist mir der Alltag, 24/7 mit 2 Kindern, doch zu stressig und anstrengend?

Nein! Auf keinen Fall!

Mein Fazit nach 2,5 Jahren ohne Kindergarten: Ich würde es immer wieder tun.

Den Schritt zu wagen, hat uns einiges an Mut gekostet. So ist es bei vielen Dingen, wenn man gegen den Strom schwimmt, aber unsere Entscheidung war absolut die Richtige.

Wir haben durchweg nur positive Erfahrung gemacht. Aber vor allem, hat es unseren Alltag entspannter gemacht.

Spontanität

Die Spontanität ist für mich einer der größten Vorteile. Wir müssen uns nach nichts und niemanden richten. Wenn wir Lust haben auf den Spielplatz zu gehen oder ins Schwimmbad oder die Oma besuchen usw. dann machen wir das einfach.

Ich finde diese Freiheit super. Von einigen Bekannten weis ich, wie müde und ausgepowert die Kinder nach dem Kindergarten sind. Unternehmungen mit der Familie, finden dann nur am Wochenende statt. Wir entscheiden meistens morgens am Frühstückstisch was wir unternehmen wollen, bzw. besprechen was für heute ansteht.

Die Spontanität ist ein riesen Vorteil an Kindergartenfrei.

Beschäftigung ohne Zeitlimit

Unsere Kinder können solange spielen, malen, kneten, puzzlen…, wie sie möchten. Sie haben keinen Zeitplan, wie in der Kita, in der es heißt: um 10 machen wir das, dann um 11 dies usw. Sie haben alle Zeit der Welt um sich mit Dingen, die sie spannend finden, intensiv beschäftigen zu können. Wenn sie sich für etwas sehr interessieren, sind sie sehr konzentriert und mit voller Begeisterung bei der Sache. In der Kita stelle ich mir das sehr schwierig vor. Vor allem wenn die anderen Kinder lautstark am spielen sind, kann das sehr ablenken.

Mehr Zeit im Freien

Wir verbringen jede freie Minute im Freien. Ganz egal ob es regnet oder die Sonne scheint, es gibt draußen immer etwas zu entdecken und es wird nie langweilig. An der frischen Luft zu sein, ist nebenbei auch viel gesünder, als sich die meiste Zeit in einem stickigen und überfüllten Raum aufzuhalten.​

Lernen Verantwortung zu übernehmen

Unsere Kinder lernen, durch ihr Mithilfe bei alltäglichen Dingen, wie im Haushalt, beim einkaufen usw. Verantwortung zu übernehmen. Mein Sohn hat großen Spaß daran, wenn er sich nützlich machen kann und er eine Aufgabe hat. Die Möglichkeit sich im Familienalltag mit einzubringen ist, weil er den ganzen Tag bei uns ist, natürlich größer, als wenn er den halben Tag in der Kita wäre.

 „Menschen fühlen sich Dingen verbundener, wenn sie mit beteiligt sind.“

Alltag mit weniger Stress und Hektik

Wir müssen uns nicht nach Bring- und Abholzeiten der Kita richten. Dadurch beginnt bei uns der Tag viel entspannter. Das morgendliche Problem mit dem Anziehen, fällt dadurch auch weg. Insgesamt machen wir Alles mit mehr Ruhe und ohne Stress. Was natürlich für beide Seiten deutlich entspannter ist.

Kein Hänseln

Jedes Kind ist anders, sieht anders aus und hat einen anderen Charakter…Der eine ist groß, der andere klein, einer trägt eine Brille…

Kinder sind schonungslos ehrlich und wenn sie sich erst mal ein Kind ausgesucht haben, dass in ihren Augen nicht „normal“ ist, dann beginnt das Hänseln. Und jeder weis, wie „böse“ Kinder sein können. (Natürlich nicht absichtlich, sie wissen oft gar nicht, was sie damit anrichten). Leider lernen Kinder, durch solche negativen Erfahrungen, dass sie sich anderen gegenüber auch gemein verhalten müssen, um sich zu wehren.

Nach dem Prinzip: „Der Stärkere überlebt“.

Kontakt nur mit Gleichaltrigen

Kinder werden in der Kita auf eine unnatürliche Umgebung „sozialisiert“, in der es nur Gleichaltrige gibt, anstatt wie in der Familie mit Jung und Alt aufzuwachsen. Das so viele Gleichaltrige auf einen Haufen sind, gibt es außerhalb der Kita nirgends. Weder später am Arbeitsplatz, noch in Sportvereinen oder in Musikgruppen usw.

Die Vorbilder unserer Kinder sollten nicht Gleichaltrige sein, die genauso unerfahren sind, wie sie selbst.​

Elterliche Beziehung zum Kind

Kinder haben zu ihren Erziehern so etwas, ich würde es eine Geschäftsbeziehung nennen. Für ein paar Std am Tag haben sie die Regeln der Erzieher zu befolgen aber eine tiefe und innige Bindung wie zu den Eltern besteht nicht. Es macht daher einen riesen Unterschied, wenn ein Erzieher dem Kind soziales Verhalten vermitteln will oder ob es die Eltern tun, die es liebt.

Eltern sind immer da zum trösten

Die meisten Kitas sind bis auf den letzten Platz ausgebucht. Dazu kommt noch, dass auch noch ein Mangel an guten Erziehern herrscht. Leider passiert es dann auch öfters, dass Kinder nicht getröstet werden, wenn es ihnen nicht gut geht. Bei der Menge an Kindern in einer Gruppe, ist das auch nicht möglich.

Nur das Problem bei der Sache ist, wenn ein Kind traurige Situationen, in denen es dringend eine vertraute Person braucht, immer mit sich selbst ausmachen muss, sind psychische Folgen vorprogrammiert.

Freundschaften

Bei den meisten Kindern, beschränken sich die Freundschaften auf Kinder aus der gleichen Kita. Aber bei Kindern, die nicht in die Kita gehen, gibt es am Tag viel mehr Möglichkeiten neue Freundschaften zu schließen.

Mehr Zeit für Ausflüge

Ausflüge sind wesentlich stressfreier, wenn sie nicht mit einer großen Kitagruppe stattfinden. Meistens wird ganz viel Programm in wenig Zeit gepresst. Da kommt es auch vor, dass Kinder während eines Ausflugs schupsen, drängeln oder auch andere Kinder ärgern. Es gibt zu viel Ablenkung durch die anderen, sodass sie sich nicht genauer mit etwas beschäftigen können.

Bei Familienausflügen haben wir genug Zeit, um auf die Interessen unserer Kinder einzugehen. Vor allem aber können wir Ausflüge öfters umsetzen als in der Kita.

Das Vergleichen mit anderen Kindern ist geringer

Kinder geraten weniger in Versuchung, ihr Wissen oder ihre Intelligenz mit anderen Kindern zu vergleichen.​

Engere Beziehung zur Familie

Meine Kinder verbringen viel mehr Zeit mit Menschen (Freunde und Familie), die sie wirklich lieben und die für sie echte Zuneigung empfinden. Nicht wie Kinder in Kitas, die zu ihren Erziehern eine „Geschäftsbeziehung“ führen.

Meine beiden Kinder haben eine enge Beziehung zueinander, aber auch zu uns Eltern, da wir viel Zeit miteinander verbringen. Nicht nur um zusammen zu spielen sondern auch uns untereinander zu helfen. Der Familienzusammenhalt ist groß.

Ich finde es macht einen riesen Unterschied aus, ob die Kinder 6 Std. am Tag oder mehr, in der Kita sind oder sie den ganzen Tag zu Hause sind. In unserer Familie ist das Verhältnis untereinander sehr innig und daher auch der Zusammenhalt groß.​

Gesundes Essen

Wir kochen jeden Tag frisch. Es gibt immer eine warme Mahlzeit am Tag, die ich mit den Kindern zusammen koche. Ich achte sehr darauf, dass wir uns gesund ernähren.

Leider ist das in vielen Kindergärten nicht der Fall und es wird den Kindern Kantinenessen serviert. Ich finde es wichtig, dass gerade die Kleinen lernen, was gesundes Essen ist.​

Mehr Ruhepausen, ausgeruhte Kinder

Meine Kinder werden morgens nicht aus dem Schlaf gerissen. Sie schlafen meistens bis 7 oder 8 Uhr und stehen dann von allein auf.

Werden wir, entgegen unseren natürlichen Schlafverhaltens, aus dem Schlaf gerissen, schwächt dies über längere Zeit unser Immunsystem und macht uns so anfälliger für Krankheiten.

Meine Kinder können zu Hause individuelle Ruhepausen einlegen, wann sie es brauchen, was leider bei dem Lärm und Durcheinander in einer Kita nur bedingt möglich ist. Außerdem kann man den Kampf vermeiden, der die Kinder dazu bewegen soll, morgens aufzustehen und sich anzuziehen, weil man dringend zur Arbeit muss.

Warum lebt ihr ein Leben ohne Kindergarten? Was sind eure Gründe?

Vielleicht gehen deine Kinder aber auch in den Kindergarten und du hast öfter schon mit dem Gedanken gespielt, wie es ohne Kindergarten wäre. Probier es aus! Auf dich warten mega schöne Erfahrungen und eine tolle Zeit mit der Familie.

​Alles Liebe,

eure Claudi

2 KOMMENTARE

  1. Hi, ich und mein Mann haben uns auch gegen den Kindergarten entschieden. Es sind allerdings ins erster Linie die hohen Kosten und die damit im Zusammenhang stehende Frage, wozu gehe ich arbeiten, um mein Kind 8 Stunden oder mehr abzugeben, wo es niemand lieb hat? Inzwischen habe ich den Arbeitgeber gewechselt, denn einfach mit zwei Jobs, die nicht flexibel sind, ist es nicht einfach, die Betreuung des Kindes selbst zu übernehmen.
    Bisher bereue ich es nicht. Unser Sohn ist im August drei Jahre alt. Wir haben unseren Alltag. Er ist ausgelastet, wir sind jeden Tag draußen im Sommer. Ich finde es eher zu einfach, sein Kind abzugeben. Ich denke, viele Mütter tun es auch, weil sie froh sind, wenn Ruhe herrscht. Unser Sohn verhält sich im Umgang mit anderen Kindern nicht auffällig oder unsozial. Er spielt, er kann sich verteidigen. Er ist kein Mama Söhnchen.
    Allerdings merkt man im Umfeld, wie viele Menschen, Freunde, Nachbarn offenbar ein Problem damit haben und denken, man würde sich dazu entschließen, ein dummes Kind zu haben.
    Scheinbar ist die Mehrheit froh, wenn das Kind woanders ist. Aber solange man die Möglichkeit hat, dem Kind vieles bewusster zuhause beizubringen, halte ich es nicht für einen Nachteil. Man findet jedoch tatsächlich nicht viele Menschen, die das genauso sehen. Liebe Grüße

    • Hi! Ja ich sehe es genau wie du. Sobald man etwas anderes macht, als die breite Masse, dann wird versucht einem Angst zu machen. Von wegen:“Was soll aus deinem Kind werden?“ „Was tust du ihm damit nur an?“
      Aber was man dabei immer bedenken muss, es handelt sich um ihre eigene Angst, die sie auf einen projizieren wollen. (Nur weil sie es sich nicht vorstellen können, ist es nichts falsches)
      In Gesprächen mit anderen Eltern, habe ich oft rausgehört, was der eigentliche Grund für die Fremdbetreuung ist. Zum einen haben viele nicht den Mut etwas anders zu machen, als alle anderen, (auch wenn die Selbstbetreuung nur Vorteile hat)
      und zum anderen haben, so traurig es auch ist, die wenigsten wirklich Lust sich so intensiv mit ihrem eigenen Kind zu beschäftigen.
      Ich bin sehr froh das es trotzdem eine kleine Gruppe von Eltern gibt, so wie auch ihr, die sich gegen den Kindergarten und für das Leben mit dem eigenen Kind, entschieden haben.
      Das Wichtigste ist doch, auf sein Gefühl zu hören und danach zu entscheiden was sich gut anfühlt.
      Die Zeit mit unseren Kindern sollten wir als ein Geschenk ansehen und nicht als Last. Ich möchte später es nicht bereuen und mir sagen, hätte ich doch die Jahre bis zur Schule, mit meinen Kindern genossen.

      LG
      Claudi

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT