Stillprobleme

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Auch wenn Stillen die natürlichste Sache der Welt ist, kommt es gerade am Anfang oft zu Schwierigkeiten. In diesem Post widme ich mich den häufigsten Stillproblemen und gebe euch Tipps, wie ihr sie lösen könnt.

Wunde Brustwarzen

Das häufigste Problem, dass beim Stillstart auftritt sind empfindliche oder schmerzhafte Brustwarzen. Werden diese wund, rissig oder bluten, kann das Stillen sehr schmerzhaft werden. Häufigste Ursache für wunde Brustwarzen ist das falsche Anlegen des Kindes. Sie zeigt euch, wie weit euer Baby den Mund aufmachen muss, um nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Vorhofes zu umfassen. Wichtig: Lasst euch beim Stillen immer wieder von eurer Hebamme unterstützen.

Tipp:

Strapazierte Brustwarzen pflegt ihr am Besten mit Lanolin (=Fettwirkstoff). Die Creme ist geschmacksneutral und schadet eurem Baby nicht. Vor dem Stillen muss sie nicht entfernt werden. Ihr könnt aber auch ganz einfach etwas Muttermilch auf der Brustwarze verteilen und antrocknen lassen.

Wenn die Milch einschießt

Nach der Vormilch (Kolostrum) folgt meist zwischen dem zweiten und vierten Tag die sogenannte Übergangsmilch. Das Einschießen dieser Milch macht sich oft mit einem Spannen in der Brust bemerkbar. Jetzt hilft das häufige Anlegen des Babys, was außerdem einem Milchstau vorbeugt. Sollte der Druck sehr groß sein, fragt in der Klinik oder eure Hebamme um Rat.

Tipp:

Ihr könnt warme und feuchte Umschläge auf eure Brust legen oder, eine warme Dusche nehmen oder mit der Hand etwas Milch ausstreichen.

Milchstau

Werden die Milchkanäle nicht geleert, so können druckempfindliche, schmerzende Stellen und Rötungen an der Brust entstehen. Die Ursachen dafür sind meistens zu viel Stress oder Erschöpfung der Mama. Ein Milchstau ist unangenehm, lässt sich aber gut behandeln. Meist reicht es aus, wenn ihr euch eine Auszeit und Ruhe mit eurem Kind gönnt. Fieber und Schüttelfrost können auftreten. Die Temperatur sinkt aber in der Regel wenn die Brust entleert ist.

Tipp:

Kühlen kann helfen, überschüssige Milch in den Kanälen zum Fließen zu bringen. Geeignet sind kühle Umschläge wie frische Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank, Tiefkühlerbsen im Beutel oder kalter Quark. Meistens hilft es auch noch ganz gut: Mit der Hand die Brust auszustreichen oder die Milch mit einer guten Pumpe abzupumpen. Wichtig ist, dass ihr alle Bewegungen vorsichtig, ohne zu reiben oder quetschen, durchführt. So vermeiden ihr, dass euer empfindliches Brustgewebe Schaden nimmt.

Stillen ist: Geborgenheit, Liebe, Ruhe, Entspannung, Harmonie,..

STILLEn iST einfach unglaublich schön!

Brustentzündung

Die Übergänge zwischen einem Milchstau und einer Brustentzündung (Mastitis) sind fließend. Die Symptome sind ähnlich, allerdings sinkt bei einer Brustentzündung das Fieber nicht nach dem Stillen. Meistens kommen betroffene Mütter um die Einnahme eines Antibiotikums nicht herum. Wichtig ist, den Arzt zu bitten, ein stillverträgliches Medikament zu verschreiben. Zusätzlich heilungsfördernd ist auch in diesem Fall, sich Ruhe zu gönnen und Hilfe im Alltag anzunehmen. Abstillen, eine Stillpause oder Abpumpen von Milch sind nur selten notwendig. Eure Hebamme kann euch dabei unterstützen, eine passende Stillpositionen zu finden, die den Druck in der Brust verringert.

Tipp:

Ob Brustentzündung oder Milchstau, beides hat keinen Einfluss auf die Qualität der Milch. Wichtig ist, dass ab dem Moment der Antibiotika-Einnahme die Brust nicht mehr gekühlt wird. Sonst können Verkapselungen entstehen.

Am Anfang können Aufregung und Unsicherheit schon ausreichen, dass es bei einigen Müttern nicht auf Anhieb mit dem Stillen klappt. Mit etwas Geduld und der Unterstützung durch eure Hebamme, werdet ihr schnell den Dreh raushaben. 🙂

Alles Liebe,

eure Claudi

 

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