Quetschies: Fruchtmus aus der Tüte

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Gesund oder doch eine Nascherei?

Das ist anscheinend der neueste Schrei bei den Eltern. Manche Kinder kommen ohne ihr Fruchtpüree aus dem Quetschbeutel gar nicht mehr aus. Gefühlt jedes kleine Kind, das in seinem Buggy an mir vorbei geschoben wird, nuckelt an diesen sogenannten „Quetschies“. Und die Eltern auf diese „süßen Smoothies“ angesprochen, sind der Überzeugung, dass diese gesund für ihre Kinder seien.

Sie enthalten nur frisches Obst und keinen Zuckerzusatz!?

Diese Aussagen haben mich dann aber doch stutzig gemacht. Reines Obst in Tüten? Das wäre ja mal eine tolle und praktische Erfindung! Also habe ich mich auf die Suche nach den Quetschies begeben.

Im Supermarkt angekommen, bin ich von der großen Auswahl an Geschmacksrichtungen überrascht. Die Kombinationen wie Apfel-Banane-Himbeere mit Vollkorn hören sich wirklich vielversprechend an. Aber was steckt wirklich in diesen quietschbunten Tüten?

Vollkorn-Getreide, Milch und Obst zieren die Verpackungen. Niedliche Teddybären und Schäfchen suggerieren den Eltern: Mit diesem Produkt tun Sie Ihrem Kind etwas Gutes! Die Verpackungsgrößen und die grellen Farben, dass muss man den Herstellern schon lassen, haben sie perfekt auf Kinder und Babys abgestimmt.

Nur wenige Eltern beschäftigen sich mit den Inhaltsstoffen bei Kinder- und Babynahrung. Die meisten vertrauen blind der Werbung und deren Versprechen. Auf dem ersten Blick scheint es sich hier um wahre Vitaminbomben zu handeln. Zumindest wird damit auf so gut wie jeder Packung geworben und natürlich ohne den besagten Zuckerzusatz.

Fruchtpüree ist eher Süßigkeit als Obst

Aber wenn man sich dann mal die Mühe macht und die Zusammensetzung genau unter die Lupe nimmt, wird eines ganz deutlich. Hierbei handelt es sich ganz und gar nicht um eine gesunde Portion Obst für Zwischendurch!

Der enthaltene Obstbrei wird mit Fruchtzucker und den besonders süßen Fruchtsaftkonzentraten versetzt.

Brei, der mit Apfel- oder Traubensaftkonzentrat angereichert wird, wird dadurch zu einer kleinen Zuckerbombe. Dann stecken bis zu sechs Stück Würfelzucker in einer Quetschtüte – ungefähr so viel, wie in einem 0,2l Glas Cola.

Die Bezeichnung „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet nur, dass kein Kristallzucker verwendet wurde!

Dem süßen Fruchtmus wird oft Vitamin C aus Zitronensaftkonzentrat hinzugefügt. Diese Kombination aus Säure und Zucker ist besonders bedenklich, da die Zähne beim Nuckeln damit umspült werden. Dies führt früher oder später zu Karies. Für das Mus wird Obst ohne Schale verwendet, wodurch Vitamine und Ballaststoffe verloren gehen.

Durch die Aufnahme von (zu viel) Zucker entstehen für Kinder und Babys Gesundheitliche Probleme.

Doch nicht nur den Zähnen können zuckerhaltige Lebensmittel schaden. Säuglinge gewöhnen sich schon früh an zu süße Nahrung. Besonders die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend und beeinflusst das spätere Ernährungsverhalten eines Menschen.

Ein weiterer negativer Aspekt ist der Preis. Die Beutel sind teilweise 3mal so teuer wie herkömmliche Gläschen. Durchschnittspreis beträgt 0,90 Euro pro 100 Gramm. Fruchtbreie aus dem Glas kosten im Schnitt 0,34 Euro pro 100 Gramm.

In Sachen Nährstoffe macht es keinen Unterschied, ob der Brei aus dem Gläschen oder Quetschbeutel kommt.

Praktisch für Unterwegs sind diese Quetschies auf jeden Fall, aber mehr als eine Süßigkeit sind sie nicht. Und schon gar kein Ersatz für frisches Obst! Jeden Tag ein Stückchen Obst, das ist allemal gesünder als die Früchte aus dem Beutel.

 

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Hi! Ich bin Claudi, leidenschaftliche Mama & Bloggerin. “Being a mother is learning about strengths you didn’t know you had, and dealing with fears you didn’t know existed.”

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