Inhaltsstoffe in Baby-Pflegeprodukten – Was steckt drin?

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Wenn es um Pflegeprodukte für unsere Kleinen geht, wollen wir Eltern meist genau wissen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Denn wir alle wissen, dass gerade die Haut von Babys eine sanfte Pflege benötigt. Besonders vor dem Kauf ist es ratsam, noch einmal genau die Liste der enthaltenen Stoffe durchzugehen, um irritierende oder sogar schädliche Inhaltsstoffe zu vermeiden. Doch nicht immer ist auf den ersten Blick ersichtlich, um welche Stoffe es sich handelt.

Was verbirgt sich hinter den Fachbegriffen? Ich habe mich für euch schlau gemacht und versuche euch hiermit einen kleinen Überblick über die häufigsten Inhaltsstoffe zu verschaffen.

Hersteller listen auf dem Produkt oder der Verpackung die enthaltenen Inhaltsstoffe auf. Dieses Verzeichnis heißt INCI (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients).

Hierbei gilt:

Was an erster Stelle steht, hat den größten Anteil im Produkt.

Stoffe, die ganz am Ende der Liste aufgeführt sind, machen meist weniger als ein Prozent der Gesamtbestandteile aus.

Dass es für die meisten Menschen trotzdem schwierig ist, aus der Auflistung schlau zu werden, liegt an der international verwendeten Sprache. Die Bezeichnung erfolgt in der Regel auf Englisch oder Latein.

Dennoch gibt es einige Hersteller, die in Klammern auch die deutschen Bezeichnungen hinzu schreiben.

Problematisch wird es, wenn es für einen Inhaltsstoff mehrere Namen gibt: z.B. gibt es für Kamille 16 verschiedene Bezeichnungen, je nachdem welche Art im Produkt steckt.

In der Babypflege gibt es ein paar Zutatenklassiker, welche sehr häufig verkommen:

  • Aloe vera
  • Bisabolol, Chamomilla
  • Calendula
  • Lanolin
  • Oil
  • Panthenol
  • Sheabutter
  • Zink/Zinkoxid

Aloe vera

Der Extrakt aus den Blättern der Aloe vera Pflanze enthält Kalzium, Magnesium, Zink, Selen und Vitamine. Als Wüstenpflanze ist sie Meisterin darin, Wasser zu speichern. Deshalb gilt sie in der Hautpflege als ideale Feuchtigkeitsspenderin, da sie das Wasser in der Haut bindet. Diese Eigenschaft macht man sich gerade für die empfindliche Babyhaut zu Nutze. Aloe vera ist vor allem in Lotionen, Hautölen und Feuchttüchern enthalten.

Bisabolol, Chamomilla

Die Inhaltsstoffe der echten Kamille (Chamomilla recutita) werden von allen Kamillenarten am häufigsten eingesetzt. Der Grund: Sie hat sich als besonders mild und verträglich erwiesen, wohingegen andere Arten manchmal Allergien auslösen können. Im ätherischen Öl der Kamille steckt der entzündungshemmende Stoff Bisabolol. Er wird in einigen Produkten isoliert eingesetzt und lässt sich auch synthetisch herstellen.

Calendula

Die Blüten der Ringelblume (Calendula officinalis) enthalten unter anderem ätherische Öle, Carotinoide und Flavonoide.

Carotinoide und Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und wirken antioxidativ. Calendula-Extrakt beruhigt empfindliche und irritierte Haut und hilft ihr, sich zu regenerieren. (Nur bei besonders empfindlicher Babyhaut kann die Ringelblume Allergien auslösen).

Lanolin

Lanolin ist ein wachsartiges Fett, welches aus der Wolle von Schafen gewonnen wird. Es besitzt die Eigenschaft viel Wasser binden zu können und ist darüber hinaus dem körpereigenen Fett der Haut ähnlich. Es wird häufig als Grundlage für Salben verwendet, weil es ihnen eine geschmeidige Konsistenz verleiht und es sehr gut verträglich ist.

Oil

Öle sind in nahezu jedem Babypflegeprodukt enthalten. Sie helfen die Feuchtigkeit länger in der Haut zu speichern und verstopfen trotz ihrer Konsistenz, nicht die Hautporen. Pflanzenöle werden aus Samen, Blüten oder Blättern gewonnen. Beispielsweise ist das Mandelöl reich an Fettsäuren sowie den Vitaminen E und B. Es gilt daher als reizlindernd.

Mineralöle (Paraffinum Liquidum) werden in aufwendigen Verfahren aus Erdöl gewonnen. Auf der Inhaltsstoffliste findet ihr sie unter Paraffine. Sie haben meiner Meinung nach absolut gar nichts auf unserer Haut verloren!

Panthenol

Panthenol (= Dexpanthenol) ist ein synthetischer Stoff, der im Körper in Pantothensäure umgewandelt wird. Es enthält das für den Stoffwechsel wichtige Vitamin B5. Dexpanthenol fördert die Regeneration der Haut und unterstützt die Bildung neuer Hautzellen. Außerdem wirkt es beruhigend und lindert Juckreiz bei trockener Haut. Deshalb fehlt Panthenol auch in fast keiner Wundschutzcreme für den Windelbereich.

Sheabutter

Das Mus, welches aus den Nüssen des Sheabaumes gewonnen wird, besitzt eine stark rückfettende Wirkung und verfügt zudem über antioxidative und entzündungshemmende Inhaltsstoffe. Wegen ihrer streichfähigen Konsistenz ist die Sheabutter die Grundlage vieler Cremes und Lotionen.

Zink bzw. Zinkoxid

Zink ist ein sehr wichtiges Spurenelement für den menschlichen Stoffwechsel. In Babypflegeprodukten kommt es meist als Zinkoxid vor. Seine wichtigste Eigenschaft ist, die Haut zu beruhigen und vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Hauptsächlich findet es Verwendung bei Wundschutzcremes für den Windelbereich.

Unentbehrlich sind Hilfsstoffe

Wie die Cremes oder Lotionen für Erwachsene enthalten auch Babypflegeprodukte außer den pflegenden Inhaltsstoffen noch Hilfsstoffe. Sie sorgen etwa für angenehme Konsistenz, guten Duft oder lange Haltbarkeit. Hier stelle ich euch kurz die vier wichtigsten Gruppen vor:

Konservierungsmittel

An Babypflegeprodukte werden hohe Hygieneansprüche gestellt. Konservierungsstoffe wie Phenoxyethanol, Parabene oder Vitamin C sorgen dafür, dass die Creme oder Lotion nach dem Öffnen nicht innerhalb weniger Tage verdirbt, sondern hygienisch bleibt.

Farbstoffe

Einige Babypflegeprodukte können geringe Mengen synthetischer Farbstoffe enthalten, da manche Rohstoffe eine natürliche Tönung besitzen. Die Farbstoffe werden mit den Buchstaben CI und einer Nummer gekennzeichnet.

z.B. CI 75100 steht für ein ganz bestimmtes Gelb.

Alle für die Pflegeprodukte verwendeten Farbstoffe sind vom Gesetzgeber als unbedenklich eingestuft. Die meisten sind auch für Lebensmittel oder pharmazeutische Zwecke zugelassen.

Emulgatoren

Emulgatoren sorgen in Cremes und Lotionen dafür, dass sich Fette oder Öle gut mit dem Wasser vermischen. Das Produkt erhält so eine angenehme Konsistenz und lässt sich gut verteilen.

In der Inhaltsstoffangabe findet ihr Emulgatoren unter Begriffen wie:

  • Polyglyceryl-3 Polyricinoleate
  • Sorbitan Isostearate oder
  • PEGs (Polyethylenglykole)

Emulgatoren in Shampoos und Duschgelen bewirken, dass sich Schmutz leicht abwaschen und ausspülen lässt.

Duftstoffe

Babypflegeprodukte enthalten oft eine sanfte Duftnote. Hierfür sorgen synthetische oder natürliche Duftstoffe, wie etwa ätherische Öle.

Meistens werden verschiedene Duftstoffe miteinander kombiniert und diese tauchen dann in der Inhaltsstoffangabe als „Parfum“ auf.

Die 26 gängigsten allergieverdächtigen Duftstoffe wie beispielsweise:

  • Eichenmoosextrakt (Evernia Prunastri Extract)
  • oder Baummoosextrakt (Evernia Furfuracea Extract)

müssen (nach Europäischer Kosmetikdirektive) einzeln in der Inhaltsstoffangabe aufgelistet werden. Sie dürfen nicht hinter der allgemeinen Bezeichnung „Parfum“ verschwinden.

Ich hoffe, dass euch mein Artikel weitergeholfen hat und ihr euch einen kleinen Überblick über die gängigsten Inhaltsstoffe verschaffen konntet.

Wir benutzen seit Anfang an nur die Pflegeprodukte von Weleda. Ich kann euch diese Marke wirklich nur ans Herz legen. Bis heute hatte wir keinerlei Probleme mit Ausschlag oder irritierter Haut. Die Marke Weleda steht für Naturkosmetik und daher könnt ihr sie bedenkenlos für eure Kleinen verwenden. Die Inhaltsstoffe sind echt super.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Pflegeprodukten gemacht? Gab es bei euch Probleme mit der Haut? Welche Marken würdet ihr empfehlen? Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte 🙂

Alles Liebe,

eure Claudi

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