Entbinden – Im Krankenhaus, Geburtshaus oder doch Zuhause?

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Je näher der Tag der Entbindung rückt, desto mehr Gedanken macht man sich über den Ablauf der bevorstehenden Geburt.

Einer meiner ersten Gedanken zu dieser Zeit war: Wo will ich entbinden? Will ich in ein Krankenhaus? Wenn ja, in welches? Kommt für mich eine außerklinische Geburt im Geburtshaus in Frage? Oder vielleicht sogar eine Hausgeburt?

Alle Infos, die ich in dieser Zeit zu diesem Thema gesammelt hatte, habe ich euch als Übersicht, mit Vor- und Nachteilen, zusammengeschrieben.

Ich hoffe sie helfen euch bei eurer Entscheidung für euren Geburtsort weiter. 🙂

Ihr habt die Wahl, wo ihr Entbinden wollt. Es muss nicht immer das Krankenhaus sein, besonders nicht, wenn euch die Krankenhausatmosphäre nicht gefällt und ihr euch dort nicht wohlfühlt, dann wäre eine außerklinische Geburt vielleicht eher was für euch. Ich würde euch vorab raten, eine Kreissaal- bzw. Geburtshausbesichtigung zu machen. Durch die Besichtigung erhaltet ihr einen ersten Eindruck, wie es vor Ort aussieht und ihr werdet schnell feststellen können, ob euch die Atmosphäre und Umgebung gut gefällt oder nicht. Denn nur auf Bildern lässt es sich schwer beurteilen wie die Räume tatsächlich auf euch wirken. Am Tag der Geburt kommt euch die Umgebung schon etwas vertrauter vor und ihr werdet euch um einiges wohler fühlen.

Eine Hebamme erklärt euch bei der Besichtigung den Ablauf der Geburt und beantwortet euch eure offenen Fragen. Nach Möglichkeit lernt ihr an diesem Tag ein paar Hebammen persönlich kennen.

Zur Entbindung müsst ihr euch ca. ab der 36 SSW, bei dem gewünschten Krankenhaus oder Geburtshaus anmelden. Bei manchen Krankenhäusern aber müsst ihr euch gar nicht anmelden z.B. in Fürth, bei anderen schon ab der 35 SSW. Fragt am Besten ein paar Wochen vorher nochmal genau nach, wie es dort gehandhabt wird.

Sollte bei euch eine Risikoschwangerschaft bestehen, wird euch euer Frauenarzt zu einer Entbindung im Krankenhaus raten. Eine außerklinische Geburt ist nur bei einer „normal“ verlaufenden Schwangerschaft ohne Komplikationen sinnvoll.

Krankenhaus

Die meisten Frauen bringen ihr Baby im Krankenhaus zur Welt. Aber dadurch, dass es der bekannteste Ort für eine Geburt ist, besteht hier auch das Risiko, dass die Krankenhäuser sehr oft überfüllt sind. Gerade in größeren Städten, ähnelt die Geburtsstation einem Drive in. Hat eine Frau gerade ihr Kind zur Welt gebracht, wird schon die nächste in den Kreissaal geschoben. Das wirkt sich natürlich auch auf die Betreuung aus. Die Krankenschwestern auf der Wochenbettstation, haben bei dem ganzen Andrang, keine Möglichkeit sich Zeit für die frischgebackenen Mütter zu nehmen. Fragen werden schnell zwischen Tür und Angel beantwortet. Die Krankenhausatmosphäre hat mir nie wirklich gefallen, geschweige dass ich mich dort wohlgefühlt hätte. Daher hatte ich die Möglichkeit einer ambulanten Geburt gewählt. D.h. nach der Geburt, vorausgesetzt es geht Mutter und Baby gut, kann man nach 6 Std. wieder nach Hause gehen. Für mich war es die beste Entscheidung, denn im Krankenhaus wäre ich nicht zur Ruhe gekommen.

Im Kreissaal werdet ihr von einer Hebamme betreut. Meistens kommt noch eine weitere im Laufe der Geburt hinzu. Sowie ein Oberarzt schaut immer mal wieder herein, ob alles ok ist. Aber die meiste Zeit sind die Hebammen für einen da. Die übliche Aufenthaltsdauer nach einer Geburt beträgt 3 Tage. Aber wenn es euch gut geht, könnt ihr natürlich auch schon nach einem Tag nach Hause gehen. Nach einem Kaiserschnitt sind es zwischen 5-7 Tagen. Wichtig ist euer gesundheitlicher Zustand.

Positiv an einem Krankenhaus ist natürlich die medizinische Versorgung, falls es im Verlauf der Geburt doch zu einem Kaiserschnitt oder Komplikationen kommt. Ebenso verfügen einige Krankenhäuser über eine Babystation. Sollte es eurem Baby nach der Geburt nicht gut gehen, stehen Fachärzte bereit, die sich um euer Baby kümmern. Wenn euer Baby zu lange auf sich warten lässt, besteht die Möglichkeit einer Einleitung. Meist in Form von Tabletten. Sind eure Schmerzen zu stark, gibt es verschiedenste Schmerzmittel oder natürlich auch eine PDA. Hierfür müsst ihr einen extra Fragebogen ausfüllen und ihr werdet über mögliche Risiken aufgeklärt.

Die erste Untersuchung die U1 (direkt nach der Geburt) und U2 (am 3. Tag) werden im Krankenhaus von den Kinderärzten durchgeführt. Wenn ihr nicht 3 Tage bleiben wollt, müsst ihr die U2 von einem Kinderarzt durchführen lassen.

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med. Versorgung                   Überfüllt

(Kaiserschnitt)                       Krankenschwestern haben wenig Zeit für Fragen

Babystation                           Krankenhausatmosphäre

PDA möglich                         Fremde Hebamme

U2 wird vorgenommen           Wenige Einzelzimmer

 

Jede Geburt ist anders und auf Ihre Art wunderschön!

Außerklinische Geburt

Kein Krankenzimmer, keine piepsenden Apparate, kein wechselndes Personal: Immer mehr Frauen entscheiden sich für eine Geburt außerhalb der Klinik.

Geburtshaus

Eine andere Möglichkeit bietet die Geburt im Geburtshaus. Hier wird viel Wert auf die natürliche Geburt gelegt. Bei Schmerzen gibt es homöopathische Mittel, Tees, Akkupunktur, eine entspannende Badewanne, aber keine PDA! Schmerzen werden so natürlich wie möglich behandelt.

Es gibt hier keine steril wirkenden Zimmer, die vollgestopft sind mit technischen Geräten. Im Gegenteil. Sie sind gemütlich eingerichtet, fast wie Zuhause. Man fühlt sich sofort wohl und gut aufgehoben.

Nach der Entbindung wird man wieder nach Hause entlassen. Ihr könnt euch natürlich nach der Geburt in eurem Zimmer ein paar Stunden ausruhen aber es ist keine Übernachtung vorgesehen.

Tritt bei der Geburt ein Notfall ein, muss sie in ein Krankenhaus verlegt werden. Achtet nach Möglichkeit darauf, dass ein Krankenhaus in unmittelbarer Nähe ist. Sollte bei euch eine Risikoschwangerschaft bestehen, wird euch euer Frauenarzt zu einer Entbindung im Krankenhaus raten. Eine außerklinische Geburt ist nur bei einer „normal“ verlaufenden Schwangerschaft ohne Komplikationen sinnvoll.

Im Geburtshaus sucht ihr euch eine Hebamme aus, die euch während eurer Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten soll. Diese Möglichkeit habt ihr im Krankenhaus nicht. Je nach dem welche Hebamme in dem Moment Zeit hat, wird sich um euch kümmern. (Eine Beleghebamme wäre noch eine Alternative).

Bei den Vorsorgeuntersuchen könnt ihr euch persönlich kennen lernen und den Ablauf der Geburt besprechen, Wünsche äußern und Fragen stellen. Der Kontakt zwischen euch wird auf die Dauer vertrauter und bei der Geburt werdet ihr euch wohler fühlen als mit einer fremden Hebamme. An dem Tag der Geburt sind 2 Hebammen anwesend, aber kein Arzt. Hebammen dürfen fast alle Dinge tun, die auch ein Arzt vornehmen darf. Also keine Angst, ihr seid dort sehr gut aufgehoben und die Hebammen wissen, was zu tun ist.

Die erste Untersuchung die U1 erfolgt durch die Hebamme direkt nach der Geburt. Für die U2 müsst in am 3. Tag zu einem Kinderarzt gehen.

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entspannte Atmosphäre                    treten Komplikationen auf, müsst ihr ins Krankenhaus

Eigene Hebamme                             keine „stärkeren Schmerzmittel

Einzelzimmer                                   keine PDA

Nur natürliche Schmerzmittel            U2 muss bei einem Kinderarzt erfolgen

Vorort: Ausführliche Betreuung bei Fragen

Hausgeburt

Die Individuelle Art zu entbinden

Wenn ihr lieber in gewohnter Umgebung zu Hause entbinden möchtet, ist die Hausgeburt eine Alternative zum Geburtshaus.

Bei der Hausgeburt habt ihr eure Hebamme ganz für euch allein. Ihr habt euch schon bei den Vorsorgeuntersuchungen kennengelernt und konntet die Geburt gemeinsam besprechen.

Vorbereitung auf eine Hausgeburt

Wenn ihr euch für Hausgeburt entscheidet, gibt es einiges vorzubereiten.

Bsp:

  • genügend Getränke und auch Lebensmittel für die ersten Tage nach der Geburt
  • Badewanne vorbereiten. Sie wird oft zur Entspannung während der Geburt verwendet
  • Für das Wochenbett: bequeme Kleidung, Binden sowie Stilleinlagen
  • Das Geburtszimmer sollte beheizbar sein
  • Es sollte dem Partner oder anderen Personen, die während der Geburt anwesend sein werden, genügend Platz bieten
  • Fußboden mit Folie abdecken und einen Wärmestrahler bereit stellen
  • Das Bett so aufstellen, dass die Hebamme während der Geburt von beiden Seiten Zugang zur Entbindenden haben kann
  • Ausreichend Licht

Wenn es während eurer Hausgeburt (ebenso wie bei der Geburt im Geburtshaus), zu unvorhersehbaren Komplikationen kommt, müsst ihr während der Geburt in ein Krankenhaus verlegt werden. Ich würde euch daher raten, dass ihr euch bereits einige Tage vor der Geburt, im nächstgelegenen Krankenhaus anmeldet.

Die erste Untersuchung des Neugeborenen, die U1, kann die Hebamme durchführen. Während einer Hausgeburt kommen keine starken Schmerzmittel zum Einsatz.

Der Sinn darin besteht, dass die Frau wach und aktiv an der Geburt ihres Babys teilnehmen kann.

Bei einer Hausgeburt habt ihr die selben Vor- und Nachteile wie im Geburtshaus.

Außer:

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vertraute Umgebung                        eine gewisse Vorbereitung wird benötigt

Egal für welchen Ort ihr euch entscheidet, das Wichtigste ist, dass ihr euch gut aufgehoben fühlt.

Nehmt euch viel Zeit für eure Entscheidung und wägt Vor- und Nachteile in Ruhe ab.

Ich hoffe, ich konnte euch, mit meinem Artikel, die Entscheidung etwas erleichtern.

Alles Liebe,

eure Claudi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Hi! Ich bin Claudi, leidenschaftliche Mama & Bloggerin. “Being a mother is learning about strengths you didn’t know you had, and dealing with fears you didn’t know existed.”

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